KoNZEPT

Was ist Achtsamkeit?

Der Begriff ‚Achtsamkeit‘ (englisch ‚mindfulness‘) und die damit verbundene Achtsamkeitspraxis hat eine jahrtausendealte Tradition und entspringt den Ländern Ostasiens. In unserer modernen Welt trug der Verbreitung und Modernisierung der Achtsamkeit maßgeblich der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn bei. Er entwickelte das wissenschaftlich basierte, achtwöchige Programm „MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction“, um Personen, die unter Stress, Depressionen, chronischen Schmerzen, Ängsten und Ess- oder Zwangsstörungen leiden, zu helfen.

 

 

Jon Kabat-Zinns Definition der Achtsamkeit lautet:

 

Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Art aufmerksam zu sein; bewusst, im gegenwärtigen Moment und ohne zu bewerten“ (Segal et al. 2015, S. 59).

 

Bei Achtsamkeit geht es also darum im gegenwärtigen Moment zu sein, diesen zu akzeptieren und in die Beobachterrolle zu schlüpfen, ohne die aktuelle Situation bewerten oder verändern zu wollen. Überlegen Sie mal, wie oft Sie jeden Tag mit ihren Gedanken bei Vergangenem oder in der Zukunft sind und vor allem wie oft Sie diese Gedankengänge positiv oder negativ bewerten. Neben der Aufmerksamkeit des Geistes geht es aber auch um die Aufmerksamkeit des Herzens, also der gegenwärtigen Gefühle, Emotionen und Empfindungen.

Zukunftsorientierte Veränderungswünsche, Zielsetzungen und Visionen stehen einem achtsamen Lebensstil jedoch keinerlei im Wege. Es geht lediglich darum, den aktuellen Moment anzunehmen, wie er ist, mit dem Wissen, dass sich dieser wieder verändern wird und darf - alles ist vergänglich. 

Warum benötige ich AChtsamkeit?

Entsprechend der buddhistischen Philosophie gibt es drei Geisteshaltungen, in denen unter anderen die Ursache des menschlichen Leides wurzelt:

 

- Anhaftung

- Ablehnung

- Unwissenheit

 

Diese sind mehr oder weniger in jedem von uns ausgeprägt, lenken uns vom gegenwärtigen Moment ab und führen uns in einen Zustand der Unachtsamkeit.

Das ‚Anhaften‘ oder Verlangen nach möglichst vielen angenehmen Sinnesreizen führt dazu, dass unser Blick und unsere Gedanken verstärkt auf Zukünftiges gerichtet sind und wir zudem relativ konkrete Erwartungen an Ereignisse knüpfen. Dies kann schnell zu innerer Unzufriedenheit führen.

Beim Aspekt der Ablehnung hingegen, reagieren wir meist auf unangenehme Sinnesreize und den damit verbundenen Empfindungen ablehnend. Dies wahrzunehmen (z.B. mithilfe achtsamen Innehaltens) und dadurch einen automatisch ablaufenden Handlungsimpuls zu unterbrechen, ist wiederum sehr achtsam.

Unwissenheit führt dazu, dass wir möglicherweise relevante Dinge im Alltag übersehen, die wir automatisch und unbewusst als ‚neutral‘ eingestuft haben. Vor allem bekannte Dinge und Situationen werden oft unbewusst als ‚neutral‘ eingestuft und dann nicht mehr bewusst und achtsam wahrgenommen.

Durch wachsende Achtsamkeit erschaffen Sie einen Raum zwischen einem Reiz und einer (Re)Aktion.

Sie müssen nicht automatisch und relativ unbewusst auf eine Situation reagieren und möglicherweise Ihre Reaktion und Kommunikation später bereuen. Versuchen Sie zuerst die Situation mit allen Sinnen wahrzunehmen und in Ihre damit verbundenen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen aufzuteilen. Es hilft hierbei, mehrmals tief und bewusst in den Bauch zu atmen und dadurch Distanz und Ruhe zu gewinnen. Sie haben sich nun bereits bewusst und aktiv einen Raum geschaffen, bevor Sie ggfs. impulsiv, emotional oder instinktiv reagiert hätten.

Anschließend können Sie Ihre (Re)Aktion bewusster und erfolgreicher auswählen („Wie möchte ich auf diese Situation reagieren?“, „Was möchte ich sagen?“, "Wie möchte ich handeln?") und ausführen.

Folgende sieben Grundhaltungen fordern und fördern Achtsamkeit:

- Nicht-Urteilen

- Geduld

- Den Geist des Anfängers bewahren

- Vertrauen

- Nicht-Erzwingen

- Akzeptanz

- Loslassen

 

Effekte regelmässigen Achtsamkeitstrainings

Achtsamkeitspraxis kann negatives und positives Erleben ins Gleichgewicht bringen, indem sie ein Gegengewicht herstellt. Achtsamkeitspraxis wird in therapeutischen und beraterischen Ansätzen zum wesentlichen Wirkmechanismus, der

1. zur Entschleunigung unseres Organismus im Alltag führt,

2. durch Stoppen einen Raum öffnet, in dem wir

3. urteilsfrei registrieren, was im Moment ist und uns

4. in den Seins-Modus führt.

Wir werden also uns unseres Selbst gewahr und lassen Bewertungen, Überzeugungen und Emotionen gehen: Wir erleben bewusst und real innere Gelassenheit, Ruhe, Stille und Wohlgefühl. 

 

Neuroplastizität des Gehirns

Alles, was wir tun oder nicht tun, bewirkt neuronale Veränderungen!

Wissenschaftlich nachgewiesene, positive Effekte von Achtsamkeitspraxis:

- Stärkung der Aufmerksamkeitsregulation (Verbesserung der exekutiven Aufmerksamkeit --> besserer Fokus auf eine Sache)

- Optimierung der Emotionsregulation (Verringerung emotionaler Reaktivität & Reduktion der Wahrnehmung von Ängsten)

- Positive Veränderung im Selbsterleben (Bewusstes Erleben der Körperempfindungen)

 


 

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